Je besser wir Wälder bewirtschaften, desto schneller sterben sie. Das klingt absurd – ist aber der Kern dieses Workshops. Für die Wirtschaft ist ein Wald ein Gut, das Geld bringen soll. Deshalb werden Wälder so angepflanzt, dass sie schnell wachsen und leicht zu ernten sind. Ob ein Wald Krisen übersteht, ist dabei zweitrangig. Genau diese Logik macht den Wald zum Wirtschaftsgut und wir haben sie weltweit exportiert: von Sachsen über Skandinavien bis in die Tropen.
Der Workshop beginnt an einem toten oder kranken Baum im Park. Da liegt er. Borkenkäfer, Sturm oder Dürre, was ihn getötet hat lässt sich oft direkt ablesen. Von diesem einen Baum aus gehen die Schüler:innen auf Wanderschaft. An Stationen wird aus dem toten Baum ein globales Thema: Wer entscheidet eigentlich, welcher Wald geschützt und welcher bewirtschaftet wird? Wo landet das Holz aus Sachsen? Woher kommen unser Papier, unser Soja, unser Palmöl? Die Schüler:innen legen diese Verbindungen selbst und sehen: Das tote Holz vor ihnen hängt mit Entscheidungen in Brasilien, Indonesien und im Supermarkt um die Ecke zusammen.
Am Ende kommt die Wende: Wenn wir den Wald ohnehin gestalten, können wir ihn auch anders gestalten. Die Schüler:innen wechseln vom Fußabdruck: “Was nehme ich?” zum Handabdruck: “Was gebe ich zurück?”. Was braucht ein Wald, dem man gibt statt nimmt? Jede und jeder entwickelt konkrete Aktionen, zum Beispiel eine Baumpatenschaft, ein anderes Kaufverhalten oder ein Projekt im eigenen Viertel.
Warum das Thema in den Unterricht passt
Der Workshop deckt Kernthemen der Klassen 7 bis 10 ab: Geographie (Ressourcennutzung, Globalisierung, weltweite Lieferketten), Biologie (Ökosysteme, Waldbau, Klimafolgen) und Gemeinschaftskunde/Politische Bildung (Wirtschaft und Gesellschaft, Entscheidungsstrukturen). Die Frage „Wie wollen wir Wald nutzen?” ist eine klassische BNE-Leitfrage – sie verbindet ökologisches Wissen mit wirtschaftlichem Denken und eigener Konsumentscheidung. Der Walk arbeitet dabei mit realen Lernorten: Monokultur, Sturmwurf und Borkenkäfer sind um Dresden unmittelbar erlebbar.
Was die Schüler:innen lernen
Erkennen: Sie verstehen, wie Wälder wirtschaftlich geprägt sind und wie lokale Entscheidungen mit globalen Lieferketten (Holz, Papier, Soja, Palmöl) zusammenhängen.
Bewerten: Sie lernen, Waldbilder zu vergleichen und zu beurteilen: Was macht einen Wald widerstandsfähig – und was anfällig? Sie schätzen ihr eigenes Konsumverhalten realistisch ein.
Handeln: Sie entwickeln konkrete Handlungsoptionen vom Fußabdruck zum Handabdruck – vom Kaufverhalten bis zum Projekt im eigenen Umfeld.
Wie fördert der Workshop die BNE Kompetenzen
den toten Baum vor Ort mit der eigenen Kaufentscheidung im Supermarkt verbinden.
verstehen, dass ein Wald nie nur ein Stück Wald ist, sondern Teil einer globalen Lieferkette.
fragen, wem ein Wald nützt, der nur schnell wachsen soll.
aus der Erkenntnis eigene Handabdruck-Aktionen machen, vom Kaufverhalten bis zum Projekt im eigenen Viertel.
Wie läuft der Projekttag ab
An einem toten oder kranken Baum ankommen, ihn betrachten und fragen: Was ist hier gestorben – und was hat das mit uns zu tun?
Die Bewirtschaftungslogik hinter dem Waldbild erkunden – schnell wachsen, leicht ernten – und erkennen, dass genau diese Logik den Wald anfällig macht.
Klären, wer entscheidet, welcher Wald geschützt und welcher bewirtschaftet wird – und erkennen, dass selbst der „Schutzwald” ein gestalteter Wald ist.
Die Verbindungen zwischen dem toten Baum vor Ort und globalen Lieferketten (Holz, Papier, Soja, Palmöl) selbst legen – bis zum Supermarkt um die Ecke.
Vom Fußabdruck zum Handabdruck übergehen und eigene Aktionen entwickeln – von der Baumpatenschaft bis zum Projekt im eigenen Viertel.
Die Aktionen in der Gruppe vorstellen und gemeinsam reflektieren, was jede und jeder konkret mitnimmt.
Warum Natur?
Abstand zum Schulalltag erleichtert ehrliche Selbstreflexion und öffnet den Blick für eigene Werte.
Draußen entsteht Zusammenarbeit auf Augenhöhe; soziale Kompetenzen werden gestärkt.
Arbeiten mit Naturmaterialien macht Zukunft begreifbar und motiviert zu nächsten Schritten.
Wer euch begleitet
Ich bin Hanjo Meinhardt – Coach, Facilitator und Naturmensch. In Klassenräumen wie im Grünstreifen erlebe ich, wie Umgebung und Perspektivwechsel Klarheit schaffen. Mein Hintergrund: über acht Jahre Praxis in Coaching & Supervision, ergänzt durch Weiterbildungen zu mentaler Gesundheit, Kommunikation und naturbasierten Formaten. Als Vater weiß ich, wie wertvoll Räume sind, in denen Jugendliche ohne Druck denken und sprechen können.
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So geht’s los
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